Ursachen für Hitlers Machterlangung

Hitlers Aufstieg und die Machtübergabe an Hitler ist nicht monokausal zu erklären, sondern fußt auf einer Vielzahl von Faktoren, die den Nationalsozialisten die Menschen zutrieben.

Chronologisch beginnend muss man wohl zunächst den verlorenen I. Weltkrieg und den Versailler Friedensvertrag nennen, den die Menschen als Demütigung und als ungerecht empfanden. Hitler versprach den Menschen die „Abwicklung“ des Vertrages und Deutschland wieder zu „alter Stärke zu verhelfen.

Die Demokratie selbst wurde ebenfalls von vielen abgelehnt. Für die Niederlage und ihre Folgen wurden die demokratischen Kräfte verantwortlich. Maßgeblich trug hierzu die „Dolchstoßlegende“ bei. Verschiedene Gruppen verloren aber auch ihre herausgehobene Stellung, die sie im Kaiserreich innehatten (z.B. Reichswehr). So waren es auch die Eliten (z.B. Eliten, Bürgertum), die der Demokratie kritisch gegenüberstanden.

Die demokratischen Kräfte selbst verstanden es in der Krise (1929/30) nicht, sich zusammenzuraufen und eine stabile Mehrheitsregierung zu bilden. So blieb dem Reichspräsidenten fast nichts anderes übrig als mit den Präsidialkabinetten den ersten Schritt zur Auflösung der Republik einzuleiten. Umgekehrt gelang es der politischen Rechten sich auf Hitler als Führungsfigur zu einigen und zusammenzuarbeiten, um das Ziel der Abschaffung der Republik zu erreichen

In dieser Phase begann auch der Aufstieg der Nationalsozialisten. Die Wirtschaftskrise und die daraus resultierende Arbeitslosigkeit verbunden mit Armut stärkte die politisch radikalen Kräfte am linken und rechten Rand, die einfache Lösungen für komplexe Probleme anboten und für Terror auf der Straße sorgten. Sie selbst boten sich den Wählern als diejenigen an, die den Terror beenden würden, was den Demokraten offensichtlich nicht gelang. Reichskanzler Brüning mit seiner Deflationspolitik (Sparpolitik) verschärfte die wirtschaftliche Situation für die Menschen zusätzlich.

Die Nationalsozialisten bauten kontinuierlich ihre Organisation aus. und boten allen Bevölkerungsgruppen spezielle Organisationseinheiten mit denen sie sich in allen gesellschaftlichen Schichten „breit machen konnten“.

Die NS-Organisation wurde darüber hinaus von Industriellen, Banken und dem Medienmogul Hugenberg finanziell unterstützt und die Mittel zu bisher unbekannter moderner Wahlkampfführung zur Verfügung gestellt und in den Medien entsprechender Raum eingeräumt.

Hitler selbst war oder wurde stilisiert als charismatischer Führer. Inwieweit dies die Wähler ansprach ist in der historischen Wissenschaft umstritten. Fest steht, dass er Rednertalent besaß und dies auch entsprechend einsetzte.

Schließlich ist der Blick auf den greisen Reichspräsidenten von Hindenburg zu richten, der von seinem engsten Umfeld stark beeinflussbar war und die unterschiedlichen Intrigen letztlich zu einer immer schnelleren Neubesetzung des Reichskanzleramts führte. Bis kurz vor Ernennung Hitlers zum Reichskanzler verweigerte der Reichspräsident jedoch die Zustimmung zu einem Reichskanzler Hitler. Teilweise wird die Unterstützung von Industriellen und Bänkern als wesentlicher Faktor für die hitlersche Machterlangung genannt. Andere betonen die Vielzahl von Faktoren. Der Historiker Wehler spielt verschiedene mögliche Alternativen durch und legt so dar, dass es eigentlich keine geeignete andere Personalkonstellation mehr gegeben habe und darüber hinaus von Papen in völliger Selbstüberschätzung meinte, dass er Hitler in Schach halten und ihn entzaubern könnte.

Interessant ist ferner ein Blick auf die Mitgliederstruktur und die Wählerschaft Hitlers, wenn man sich der Frage der Ursachen von Hitlers Aufstieg nähern möchte: http://www.blz.bayern.de/blz/web/100083/tab23.gif

http://www.deutschlandfunk.de/untersuchung-der-mitgliederstruktur-ueberraschende.1148.de.html?dram:article_id=31018