1. Weltkrieg

Der 1. Weltkrieg ist kein Thema, das zu den ausgewählten abiturrelevanten Themen zählt, dass heißt, im Unterricht wird es lediglich gestreift. Dabei behandeln wir die Ursachen, die Kriegsschuldfrage und dann den Versailler Vertrag. Diese Aspekte hängen zusammen und sind insbesondere wichtig für das Verständnis der weiteren Entwicklungen (Weimarer Republik, Nationalsozialismus, 2. Weltkrieg und insgesamt Deutschland im 20. Jahrhundert). Andere interessante Fragestellungen müssen mehr oder weniger ausgeklammert bleiben.

Interessante Seiten, die unterschiedliche Über- und Einblicke zum Thema des 1. Weltkriegs geben:

http://www.dhm.de/lemo/html/wk1/index.html

http://www.deutschegeschichten.de/zeitraum/index.asp?KategorieID=1001

Die Vorgeschichte

Wilhelminische Zeit (1890-1918)
1890 entlässt Wilhelm II. Reichskanzler Bismarck. Wilhelm II. wollte - anders als sein Vater -  die Politik selbst bestimmen und dies nicht einer anderen Person, wie Bismarck, überlassen. Fatal war dies, weil Wilhelm II dem Deutschen Reich Weltgeltung verschaffen wollte und dabei wenig Rücksicht auf Bündniskonstellationen, das Gesamtgefüge und nationale Empfindlichkeiten und Befindlichkeiten der anderen Mächte nahm.

Bildhaft und sprachlich verdeutlicht wird dies in der englischen Karikatur der „Lotse geht von Bord“, die aus Anlass der Entlassung Bismarcks entstand (Der Lotse, der die Richtung weist).

Welthistorisch betrachtet, war dies die Zeit des Hochimperialismus, als alle Mächte, die etwas auf sich hielten, Kolonien gründeten und die Welt unter sich aufteilten. Allein dies führte zwischen den Mächten schon zu Reibungspunkten. Bezogen auf das Deutsche Reich beschreibt der Begriff des Wilhelminismus diese Zeit (Wobei hierunter auch andere gesellschaftliche Entwicklungen gefasst werden, die für diese Zeit prägend waren).

Das geschickt austarierte Bündnissystem Bismarcks fand keine Berücksichtigung mehr und führte dazu, dass Frankreich, England und Russland zusammenfanden und das Deutsche Reich in seiner Mittellage als nennenswerten Bündnispartner nur noch Österreich-Ungarn hatte:

Neben der geographisch offensichtlichen militärischen Einkreisung, war besonders problematisch, dass Österreich-Ungarn mit seinen Verstrickungen auf dem Balkan ein hochexplosives Konfliktpotential (nationale Bestrebungen der einzelnen Völkerschaften) bot, das letztlich 1914  durch den Mord am Thronfolger Franz-Ferdinand auch Auslöser des 1. Weltkriegs wurde, nicht zuletzt, weil sich das Deutsche Reich kräftig verspekulierte, was das Handeln anderer Mächte anging. Durch die bedingungslose Unterstützung Österreich- Ungarns ("Blankoscheck") glaubte man den Konflikt auf Österreich und Serbien beschränken zu können, doch sowohl Russland, also auch Frankreich und schließlich England ließen sich nicht erfolgreich einschüchtern.

Kurzzusammenfassung des weiteren Verlaufs

Angestachelt durch den "Blankoscheck" durch das Deutsche Reich stellte Österreich-Ungarn den Serben ein Ultimatum, das schließlich in den Krieg führte. Deutschland hatte den eigentlich zu vermeidenden 2-Frontenkrieg erhalten. Begeistert zogen die europäischen Välker in den Krieg, mussten aber schnell erkennen, dass sich durch die industrielle Produktion eine neue Form des Krieges entwickelte, die unvorstellbare Massen an Material erforderte, unzählige Opfer nach sich zog und insbesondere im Westen ein zermürbender Stellungskrieg nach kurzem Vormarsch den Kriegsverlauf bestimmte. Zum Wendepunkt wurde das Jahr 1917 als ewinerseits die USA in den Krieg eintraten und andererseits Russland politisch und militärisch zusammenbrach. Lenin wurde durch das Deutsche Reich nach Russland eingeschleust, um das Land zu destabilisieren und es zum Separatfrieden zu zwingen, was zunächst auch gelang. Allerdings entstand nun die Sowjetunion, die als viel mächtigerer Gegner im 2. Weltkrieg dem Deutschen Reich gegenüberstand. 1918 musste die Deutsche Oberste Heeresleitung (Ludendorff und v. Hindenburg) erkennen, dass der Krieg nicht mehr zu gewinnen war und legte nun durch die Parlamentarisierung der Verfassung die Verantwortung in die Hände der Politik (Bislang war die Reichsregierung nur dem Kaiser gegenüber verantwortlich, nun dem Reichstag), was später umfunktioniert wurde zur Legende, dass die Demokraten per "Dolchstoß" das Militär zur Niederlage gebracht hätten. Damit war die demokratische Republik von Beginn an belastet!.

In Compiègne unterschrieb der deutsche Delegationsführer, der Zentrumspolitiker Matthias Erzberger, den Waffenstillstandsvertrag, der einer politischen und militärischen Kapitulation gleichkam. An allen Fronten schwiegen die Waffen, der mörderischste Krieg, den die Weltgeschichte bisher erlebt hatte, war zu Ende. Die alleinige Kriegsschuld wurde im "Versailler Vertrag" dem Deutschen Reich überantwortet und mit Reparationszahlungen, Gebietsabtretungen, Zwang zur Abrüstung, Abdankung des Kaisers und Abschaffung der Monarchie über deutlich gemacht.

Materialien:

Politik am Vorabend des ersten Weltkriegs

Urkatastrophe des 20. Jahrhunderts

Überblick zum 1. Weltkrieg (Chronologie und wichtige Fakten auf einem Blatt)